Massiver Stellenabbau: bei der Bundeswehr bejubelt – bei Karstadt herrscht Empörung
Es soll wohl den Anschein machen, als sei die Verschlankung der Bundeswehr eine freiwillig initiierte, weil notwendige Maßnahme. De facto ist es aber eine Truppen-Rationalisierung nach Kassenlage. Die Marschrichtung – das Einsparen von 8,3 Mrd. – wurde vorgegeben und was liegt da näher, als die schon so oft angedachte, aber nie auf den Weg gebrachte Umstrukturierung der Bundeswehr anzuschieben? Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung würde in der freien Wirtschaft zu einem Aufruhr führen – in Bezug auf die Bundeswehr jedoch nicht, da wird es ganz und gar als Wundermaßnahme gefeiert.
Ohne Frage ist eine solche Verkleinerung dringend notwendig, aber doch nicht unter irgendeinem Deckmäntelchen, sondern weil sie eben überfällig ist: zwei Dienstsitze für ein Ministerium, ein riesiger Verwaltungsapparat, eine immer wieder diskutierte Wehrpflicht, die suboptimale Struktur in Hinblick auf die Entwicklung zur Armee im Einsatz.
Jedoch darf der Umbau auf keinen Fall zu einer Sicherheitspolitik nach Kassenlage führen. Es soll gespart und es müssen neue Strukturen geschaffen werden. Aber es darf nicht sein, dass die Armee im Einsatz ist und die Soldaten vor Ort nicht optimal ausgerüstet sind, weil das Geld fehlt. Es muss und soll verkleinert werden – auch um das, was geleistet wird, vernünftig leisten zu können.
Im Prinzip schon jetzt präventiv Krisenkommunikation betreiben
Wenn man also nun den Schritt von der Wehrpflicht zu einer Freiwilligenarmee geht, muss klar sein, dass der Personalgewinnung von nun an vielmehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Da darf es wohl kaum passieren, dass potenzielle Soldaten den Eindruck gewinnen, ihr Dienstherr würde keine klare Linie verfolgen. Die Debatte um eine Zulagenkürzung, dann wieder das Versprechen, jene zurück zu nehmen und nun letztendlich doch nicht zu diesem Wort zu stehen, dient nicht gerade der Vertrauensbildung.


