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Auffassungen zum Datenschutz

Freitag, den 22. Oktober 2010 um 16:31 Uhr

Interkulturell unterschiedliche Auffassungen zum Datenschutz

Eine der europäischen, insbesondere der deutschen Debatte um Datensicherheit und Privatsphäre im digitalen Raum ähnliche findet in den USA bislang kaum statt. Intellektuelle Amerikaner blicken geradezu  mit Neid auf die differenzierte deutsche Sichtweise. Das grenzt teilweise schon fast an Bewunderung und geht so weit, dass die Bundesrepublik in diesem Punkt den USA als Vorbild dient.
Technik, Innovation und Entwicklung kommen meist aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zurückweisung, Kritik und Bedenken sind der – manchmal hinderliche, oft jedoch auch berechtigte - deutsche Beitrag dazu.

Auf Staunen folgt in Amerika allerdings schnell Unverständnis. Beispielsweise im August, als der Blog Gawker über Jens Best berichtete, der in Deutschland alle Häuser, die nicht für Google Streetview fotografiert werden sollten, persönlich ablichten und ins Netz stellen wollte. Damit zog Best die Widersprüche der Hausbesitzer gegen Google Streetview ins Lächerliche. Und in Amerika wundert man sich, dass in Deutschland Menschen Widerspruch gegen die Publikation ihres Hauses bei Google Streetview einlegen. Das sei doch eigentlich total praktisch.
Amerikanischer Pragmatismus im digitalen Raum - egal ob es um Streetview, Facebook, oder sonst eine neue Entwicklung bezieht - wird in Deutschland oft als Naivität und Oberflächlichkeit missverstanden.
Deshalb dürfte ein Film wie "The Social Network" für Facebook auf dem deutschen Markt eine größere Gefahr sein als auf dem amerikanischen. Es ist weniger geschäftsschädigend, mit einem unsympathischen und unfreundlichen Nerd als Firmenchef assoziiert zu werden, als mit einem Datendieb ohne Gewissen. Außerdem lässt sich das amerikanische Imageproblem leichter beseitigen als die deutschen Vorwürfe.

 

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